Der Westafrikanischer Tanz

Der afrikanische Tanz hat uralte Wurzeln, möglicherweise war er schon Ausdruck der ersten Steinzeitmenschen, was zumindest mehrere alte Höhlenmalereien, die in Südafrika gefunden worden sind, zeigen.

 

Es ist unmöglich, einem ganzen Kontinent eine einzige körperliche Ausdrucksform verleihen zu können. Da die Geschichte Afrikas im Laufe der Jahrhunderte mehrere Territorien zusammenfügte und andere trennte, spricht man heutzutage von vielen unterschiedlichen kulturellen Wurzeln und Formen der afrikanischen Kunst, die teilweise kaum miteinander vergleichbar sind.

 

In Afrika südlich der Sahara ist der Tanz allgegenwärtig. Ob im Osten, Westen, in Zentral- oder in Südafrika, der Tanz bleibt die unbestrittene Königin der Künste. In all den Ritualen, unabhängig ob heilig oder profan, spielt der Tanz eine entscheidende Rolle. Der Tanz wird als Gebet benutzt, der Tanz begleitet das Leben eines Menschen und dessen zugehörigen sozialen Status im älter werden, darüber hinaus gibt es Tänze für die Ernte, Heiltänze und populäre Tänze.

 

Um 1200 n.Chr. große Reiche wie das Reich von Mali mit seinen drei großen Königen -Sundiata, Mansa (Sultan) Uli und Mansa Musa – führten das Reich zu hoher Blüte, was zufolge hatte, dass ein großer kultureller Raum erschaffen wurde. Bestimmte kulturelle Merkmale finden sich noch heute als Teil der Gegenwart wieder. (als Teil der Gegenwart kannst du eigentlich weg lassen weil du ja heute schreibst, dass ist dann doppelt). Man kann also von westafrikanischen Tänzen, Tänzen aus Zentralafrika und so weiter sprechen.

 

Das Afrika das wir heute kennen, ist das Ergebnis der letzten vier Jahrhunderte Kontakt mit der europäischen Welt, welche es historisch in sinnlose Staaten/Gebiete unterteilte. So wurden ganze Völker in einer Notlage geführt und das Wichtigste jeden Tag ist das Überleben. Vor etwa 60 Jahren erreichten die ersten Afrikanischen Staaten ihre Unabhängigkeit. Nach derart langer Besetzung durch die Kolonisatoren und deren Einmischung in das soziale Leben wurde nach der Unabhängigkeit eine Kampagne bestehend aus verschiedene Programmen für die Wiederentdeckung der traditionellen Künste gestartet. Im Bereich des Tanzes wurde das berühmte „National Ballet“ geschaffen, das der Welt die wichtigsten Tänze der verschiedenen Länder zeigte.

 

Das bekannteste ist zweifellos das National Ballet of Guinea (Conakry), welches mit seinen 40 Mitgliedern, darunter Tänzer und Trommler, die Komplexität der Ausführung und die Tiefe der afrikanischen Tanzgesten perfektioniert. Während des großen afrikanischen Exodus in den Westlichen Ländern in den 80er Jahren wurde schließlich der westafrikanischen Tanz als Disziplin in unseren Tanzschulen und in unseren Kulturzentren etabliert. Afrikanische Künstler kamen zuerst in Frankreich und England zwischen den 60er und 70er Jahren an, erst danach in anderen europäischen Ländern. In den 80er Jahren begonnen sie zuerst Gruppen von Intellektuellen und Neugierigen zu lehren, anfangs noch recht informell.

 

Das erste Zentrum, in dem afrikanischer Tanz geübt wurde, war das amerikanische Kulturzentrum in Paris. Die erste Generation von afrikanischen Künstlern geht leider fast unbemerkt in der Geschichte an uns vorbei, aber sie verlieh der zweiten Generation von wichtigen Künstlern und Pädagogen Mut, die in den achtziger Jahren den afrikanischen Tanz in die Tanz Disziplinen in Frankreich und England einführte und von Künstlern wie Koffî Kokko (Benin), Elsa Wolliaston (Kenia), Irene Tassembedo (Burkina Faso), Anna Camara (Guinea), Norma Claire (Guyana), Dodoo N’dyaye Rose Jr. (Senegal), Peter Badejo (Nigeria), praktiziert wurde. In Europa gibt es über dreißig professionelle Tanz-Ensamble , die die traditionellen Tänze mit anderen Arten, auf die wichtigsten Bühnen Europas und weltweit gebracht haben, darunter der berühmtesten: Compagnie George Momboye, Compagnie La Calbasse (Merlin Nyankam), die Keidara Compagnie (Katina Genero), die Compagnie Congobateria und die Salya Compagnie Sano. Das Montpellier Festival entschied im Jahr 2000 sein renommiertes Festival ausschließlich dem afrikanischen Tanz zu widmen.

 

Der Französisch Verband „Afrique en Creation“ bietet jährlich neuen zeitgenössischen afrikanischen Tanzkompanien, die auf dem Kontinent geboren werden, erhebliche Förderungsbeistand an.

 

In Deutschland ist die Afrikanische Szene viel kleiner als in den oben genannten Ländern. Die uns bekannten in Deutschland lebenden westafrikanische Künstler sind: Famoudou Konate und seine Söhne Diarra, Ibro und Billy Konate, unser Musikdozent Alpha Oulare (Musik) und Alpha Zima (Tanz), der in Berlin lebende Bouba Djakate uvm. In Leipzig arbeitet Wontara außerdem mit Claudia Castañeda aus Mexiko zusammen. Gemeinsam bieten sie zusammen mit Alpha Zima, Alpha Oulare und dem Djembe Kollektiv Leipzig einen westafrikanischen Tanzkurs in der VILLA in Leipzig an, sowie einen Trommelkurs von Alpha Oulare. Mehr Informationen über die Kurse hier!

 

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