Die westafrikanische Musik

In der afrikanischen Musik hat Rhythmus eine Funktion von größter Bedeutung. Die afrikanische Musik ist reich an rhythmischer Vitalität, die sowohl in dem instrumentalen als auch vokalen Repertoire zu finden ist. Ein in Afrika sehr verbreitetes Merkmal dieser Musik ist das gleichzeitige Spielen unterschiedlicher rhythmischer Pattern, auch „Polyrhythmie“ gennant. Jede dieser rhythmischen Linien hat wiederum eine einfache Melodie, die sich von den anderen unterscheidet. Dabei können wir von eine „Polyphonie“ reden, die die ersten weißen „Entdecker“ vergangener Jahrhunderte stark erstaunen ließ, denn sie glaubten, dass polyphone Musik ausschließlich in Europa praktiziert wurde.

Die afrikanische Polyrhythmie beschäftigt Musikologen und Spezialisten schon seit längerer Zeit. Zunächst einmal haben sie versucht, zu ermitteln, ob es besser ist, die Polyrhythmie in dem Moment ihres Erscheinens zu beurteilen, um ihre unmittelbarsten und inneren Aspekte zu betrachten, oder ob sie erst nach ihrem Ereignis zu analysieren ist, also rückwirkend. Daraus ergibt sich die immer noch unbeantwortet Frage der bewussten oder instinktiven Wahrnehmung von Rhythmus der afrikanischen Menschen. Nach Ansicht einiger einzelnen Künstler spielt sich dies auf einer unbewussten Ebene ab. Andere sind der Auffassung, alle Rhythmen werden mit großer Liebe von allen Musikern und bewusst wahrgenommen. Dies ist zwar Ansichtssache, aber in der Tat ist es schwer vorstellbar, dass komplizierte rhythmische Muster aus dem nichts entstehen/auftreten können und das derjenige der zuhört, es unbewusst und unbeteiligt tut. Diese Dilemmas haben wahrscheinlich ihren Ursprung in falschen Vorstellungen über Afrika und seiner Geschichte. Diese Mentalität kommt vielleicht dank der berühmten Entdecker des letzten Jahrhunderts wie Syankey, Brazza und andere, die aus Afrika immer ein Bild von Einöde und Armut verbreiteten. So sehr, dass die Europäer dieser Zeit den Afrikanischen Kontinent als gerade aus dem Neolithikum erwacht betrachteten und dessen Bewohner als primitive Menschen, im evolutionären Sinne niedriger entwickelt und daher nicht in der Lage, etwas zu tun, was ein Minimum an intellektuellen Fähigkeiten erfordert, ansahen. Dies ist glücklicherweise heutzutage nicht mehr der Standard, allerdings gibt es leider immer noch viele Menschen solcher Ansichten.

Europäischen Entdecker und Gelehrte ignorierten, dass vor ihrer Ankunft in Afrika, schön viele große Reiche und Zivilisationen entstanden und wieder zugrunde gegangen waren. Diese waren in fortlaufenden Geschäftsbeziehungen mit Arabien, Indien und China gut organisiert und strukturiert. Ihre Verarmung begann direkt nach den ersten „Beziehungen“ mit Europa. In der Tat haben die Europäer mit guten diplomatischen Beziehungen mit der afrikanischen Bevölkerung begonnen. Gleichzeitig wussten sie, wie man die Feindschaften zwischen lokale Stämmen geschickt schürt, mit dem ausdrücklichen Zweck der Destabilisierung eines Kontinentes, den man später besser beherrschen können wollte. Im Sinne Giulio Cesare: „Divide et impera“ (teile und herrsche) hat sich bis heute nicht viel an dieser Haltung geändert. Damals starben die Menschen an Folgen des Kolonialismus, heute sterben sie an Folgen der Globalisierung im Sinne der größen multinationalen Unternehmen. Nimmt man noch die große Abschiebung in Nord- und Südamerika durch das Sklaventun im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert und schließlich den Bürgerkrieg in den USA zwischen Northerners und Südländern hinzu, ist es nicht schwer sich vorzustellen, wie sich dieser Kontinent zu einem bestimmten Zeitpunkt zusammengebrochen und in einem ernsten Zustand der Rückständigkeit und Armut befand

Dies ist glücklicherweise heutzutage nicht mehr der Standard, allerdings gibt es leider immer noch viele Menschen solcher Ansichten.

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